warum die Suppe so kraftvoll ist

Brrrrr…

Auf die Suppe bin ich gekommen, als mich diesen Sommer eine starke Erkältung heimsuchte. Trotz Aussentemperaturen von über 30 Grad verlangte mein Körper nach Wärme. Konkret: Wollsocken, Daunendecke, heissen Vollbädern und eben heissen Suppen. Und noch jetzt, einige Wochen nach meiner Erkältung, nehme ich ab und zu eine heisse Suppe zu mir. Die wärmt mich und macht den letzten „Chäferli“ den Garaus.

Aus Kultur und Tradition

In der Naturheilkunde nimmt die Ernährung einen sehr wichtigen Stellenwert ein. Alles, was wir zu uns nehmen, verwandelt unser Körper zu lebenswichtiger Energie. Je nach Zustand unseres Verdauungsfeuers, gelingt dies besser oder weniger. Da liegt es auf der Hand, dass es auch Lebensmittel gibt, die uns in bestimmten Lebenssituationen bekömmlicher sind und zusätzlich als Heilmittel dienen. Die klassische Kraftbrühe, meist als Hühnersuppe, kennen einige noch von ihren Grosseltern. Da wurde vor der Hauptmahlzeit eine klare Brühe eingenommen und zwar täglich. Andere kennen die Kraftbrühe aus ihrer Kindheit: wer krank war, bekam ein Suppenhuhn gekocht.

Tierisch oder Pflanzlich?

Die klassische Kraftbrühe hat tierischen Ursprung. Selbstverständlich gibt es aber die Möglichkeit eine stärkende Brühe aus Gemüse zu kochen. Einige Inhaltsstoffe wie z.B. Gelatine, kommen dann natürlich nicht in der Suppe vor, aber ganz viele andere wertvolle Inhaltsstoffe. Wie z.B. sekundäre Pflanzenstoffe (Antioxidantien), ätherische Öle, Bitterstoffe, Carotionoide und vieles mehr. Und hier etwas Wichtiges vorweg: durch das lange Kochen entwickelt die Suppe erst ihre gesundheitsfördernde Wirkung.

Heilwirkung

Die Kraftbrühe wirkt wärmend, ist nährstoffreich, gut verdaulich und optimal in der Rekonvaleszenz. Je nach Suppe enthält sie sekundäre Pflanzenstoffe (Antioxidantien), Bitterstoffe, Ballaststoffe, ätherische Öle, Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Omega-3-Fettsäuren, Aminosäuren, Gelatine, knorpelschützende Glukosamine, Hyaluronsäure und Chondroditin. Durch letztere genannten Nährstoffe ist sie auch bekannt bei Gelenksschmerzen. Hildegard von Bingen empfahl schon die Brühe aus Kalbsknorpel gegen Gelenksschmerzen. In der Praxis empfehle ich die Kraftbrühe bei Erschöpfungszuständen, in der Rekonvaleszenz, nach einer Geburt oder während einer Erkältung oder Grippe. Sie führt nicht nur wichtige Nährstoffe zur Wiederherstellung des körperlichen Gleichgewichts zu, sondern wärmt von innen – was den ganzen Prozess optimal unterstützt.

Rezepte

Hühnersuppe

Zutaten

  • 1 ganzes Suppenhuhn (von der Metzgerei deines Vertrauens und/oder Bio-Qualität)

  • 2 Frühlingszwiebeln mit Grün, Schalotten oder Zwiebeln

  • 1 Knoblauchzehe

  • 1 Knollensellerie

  • 3 Karotten

  • 1 Apfel geviertelt (z.B. Gala)

  • 1 Stück Ingwer, etwa daumengross

  • 1 TL Kurkumapulver (optional)

  • 2-4 Gewürznelken

  • 3 Lorbeerblätter

  • 6 l Wasser

Anleitung

  1. Suppenhuhn zerteilen, waschen, in den Topf legen und Wasser dazu giessen. Bestenfalls eine Stunde stehen lassen.
  2. Zwiebeln, Knoblauch, Knollencellerie, Karotten und Ingwer in kleine Stücke schneiden. Mit dem Apfel zum Huhn geben.
  3. Kurkuma, Lorbeer, Thymianzweige und Gewürznelken hinzugeben.
  4. Nun die Suppe leicht köcheln lassen, lieber knapp unter dem Siedepunkt belassen. Sprudelndes Wasser bitte vermeiden, da wertvolle Inhaltsstoffe so zerstört werden könnten. Für 3-6 Stunden. Das Huhn sollte immer von Wasser bedeckt sein. Schaum abschöpfen.
  5. Nach der Kochzeit den Inhalt durch ein Sieb oder eine Gaze sieben. Vom Huhn kann das Fleisch abgezupft und weiterverwendet werden (z.B. als Suppenbeilage, ins Sandwich oder für eine Pastete).
  6. Brühe mit Salz, Pfeffer und frischen Kräuter nach Belieben würzen.

Gesalzen wird bewusst erst am Schluss. So können beim Köcheln alle Inhaltsstoffe in die Suppe gelangen, dadurch verliert zwar das Fleisch seinen Geschmack, aber die Brühe wird würzig. In einem gut verschlossenen Behälter kann die Brühe bis zu 5 Tag im Kühlschrank aufbewahrt werden, im Tiefkühler sogar über einige Monate.

 

Gemüsesuppe

Zutaten

  • 2 Zwiebeln

  • 3 Knoblauchzehen
  • 3 Karotten

  • 1 Knollensellerie
  • 1 Lauch
  • 1/2 Wirsing
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Kurkumapulver (optional)

  • 3 Lorbeerblätter

  • 3.5 l Wasser
  • Frische Kräuter zum Garnieren

Anleitung

  1. Zwiebeln und Knoblauch, sowie alles Gemüse waschen und fein hacken.
  2. Öl in grossem Topf erhitzen, alles Gemüse darin anbraten, Kurkuma dazugeben.
  3. Wasser dazugiessen und Lorbeerblätter dazugeben.
  4. Alles aufkochen und Suppe danach bei schwacher Hitze ca. 2 Stunden weiterköchelnd lassen.
  5. Suppe kann mit oder ohne Gemüsestücke genossen werden.
  6. Frische Kräuter hacken und auf der Suppe anrichten.

Gemüse kann nach Belieben und Saison ausgewählt werden, das Rezept stellt nur eine mögliche Auswahl dar. Die meisten der frischen Kräuter sollten wir nicht mitkochen, da sie so einen Grossteil der ätherischen Öle und Vitamine verlieren. Daher grosszügig am Schluss darüber streuen und sofort geniessen.

öfters mal wieder Suppe

Mut zum Variieren

Auf die Suppe gekommen, habe ich dann gleich auf Vorrat produziert und mich durch andere Rezepte inspirieren lassen. Als grosser Fan der japanischen Küche, habe ich mich an das Kochen der Ramen-Soup gewagt. Absolut lohnenswert!

Zum Weiterlesen

Magst auch du wiedermal Suppen kochen? Dann empfehle ich das Buch „Die Suppen Apotheke“ von Anne Simons. Nebst den klassischen Suppen, gibt es eine grosse Auswahl an vegetarischen Rezepten (Reis-, Gemüse- Getreide- und Hülsenfrüchtesuppe) und viele Infos rund um die Suppe.

Viel Spass beim Ausprobieren.

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